Xoom: Motorola Android-Tablet im Test

Motorola Tablet

In den vergangenen Wochen wurde viel geschrieben über das neue Xoom von Motorola. Die einen empfinden es als Flopp, die anderen als Hardware-ebenbürdig mit dem iPad2. Was liegt da näher, als sich selbst ein Bild zu machen? In den vergangen zwei Wochen konnte ich das Honeycomb-Tablet ausprobieren und stelle fest, dass es eine gute Investition war.

Drei Betriebssysteme?

Um es gleich vorweg zu sagen: ich persönlich wollte nie ein iPad, weil ich mit dem Tablet u.a. Flashs abspielen können möchte zum Beispiel bei Live-Tickern. Unter den Apple-Alternativen lag in den Vorberichten der vergangenen Monate das Xoom oft weit vorne in der Gunst der Fachredakteure. Als BlackBerry-Nutzer hatte ich zwar gehofft, im PlayBook ein BB-kompatibles Operating System zu finden, aber Experten in meinem Bekanntenkreis empfahlen mir dringend eines der neuen Android-Tablets. Das bedeutete zwar, sich neben Windows 7 (PCs im Büro) und BB 6 (Smartphone) an ein drittes Betriebssystem gewöhnen und Lösungen für deren Synchronisierung finden zu müssen, aber davon ließ ich mich nicht abschrecken. Denn wer mit dem Commodore C64 samt Telefonmodem, Datasette & Co. aufgewachsen ist, der hat gelernt, sich mit Geduld und Spucke den kleinen Herausforderungen der IT zu nähern. Für fehlende Zeit und größere Probleme gibt es zum Glück den Rat und die Tat erfahrener IT-Experten :-).

Schnell, hell und mobil

Als mir der Motorola-Partner Telekom das Xoom Anfang Mai lieferte (mit Mobilfunkvertrag zu einem deutlich günstigeren Preis als derzeit im Handel), überraschte mich das flotte Design des Motorola Tablet. Kaum dicker als das iPad und nur rund 100 Gramm schwerer überzeugte mich gleich das größere Display (1280 x 800 Pixel). Dessen Helligkeit ist auch bei Tageslicht, selbst bei Sonnenschein hervorragend. Auch die Geschwindigkeit, mit der das System (Dualcore-Prozessor, 1 GByte RAM) auf die via Touchscreen eingegebenen Kommandos reagiert, zwischen Programmen wechselt und Webseiten aufbaut, ist beeindruckend. Das Zwei-Finger-Zoomen auf dem Display funktioniert wie in Echtzeit.

Als sehr praktisch am Motorola Tablet erweist sich der Ein- und Ausschaltknopf auf der linken Rückseite, denn dort befinden sich die Finger in der Regel immer, wenn man ein Tablet in Händen hält. Auch die virtuelle Tastatur ist komfortabel zu bedienen, wenngleich man sich als Android-Newbee erst in ihre Logik einarbeiten und ggf. bei erfahrenen Bekannten nachfragen muss. Eine Schutzhülle sei dringend empfohlen, um das hochwertige Metallgehäuse vor Kratzern zu schützen. Motorola bietet hier ein sehr stabiles und gut verarbeitetes Portfolio Case aus Kunststoff und Kunstleder (vgl. Foto).

Ein Tablet macht mobil. Gut, dass man dazu beim Xoom nicht nur auf (nicht immer sichere) WLAN-Verbindungen angewiesen ist, sondern Dank 3G-Funkmodul auch über UMTS online bleiben kann. Ebenfalls sehr positiv: der Akku im Motorola Tablet hält tatsächlich einen ganzen Tag. Wer Pausen einlegt, kann ihn sogar noch länger nutzen.

App-Angebot und Zwei-Richtung-Kameras

Das App-Angebot für Android 3.0 ist zwar noch ausbaufähig, aber mit 200.000 Lösungen schon recht ordentlich bestückt. Darunter befinden sich Apps, mit denen man MS-Office-Dokumente auf dem Motorola Tablet ansehen, Daten via „Cloud-Boxen“ austauschen oder die gängigen Social-Media-Accounts (Facebook, Twitter, Xing, YouTube, Foursquare etc.) bedienen kann. Schade nur, dass die Facebook-App immer wieder an der gleichen Stelle (wenn man auf „Freunde“ klickt) abstürzt. Hoffentlich wird das rasch mit dem nächsten Update behoben.

Natürlich darf auch die Skype-App nicht fehlen, mit der sich kostenlose Live-Bewegtbilder von unterwegs produzieren lassen. Die ins Motorola Tablet eingebauten Kameras machen dies technisch möglich. Die Kamera auf der Rückseite hat 5 Megapixel und einen LED-Blitz. Sie teilt gleichsam den Blick des Nutzers. Die Kamera auf der Vorderseite des Xoom ist mit 2 Megapixel für die Videotelefonie ausgelegt und erzeugt gewissermaßen das Spiegelbild des Nutzers.

Fazit zum Motorola Tablet

Das Motorola Tablet kann es mit dem iPad aufnehmen. Letztlich muss jedoch jeder selbst entscheiden, wofür er ein Tablet einsetzen will und welche Mindestanforderungen er an die Hard- und Software stellt. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile habe ich mich für das Xoom entschieden und damit in den ersten beiden Wochen sehr gute Erfahrungen gemacht.

Foto: Faust

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