Wie B2B-Unternehmen sich für Flüchtlinge engagieren können

Haben Sie das Thema Flüchtlinge auch schon in Ihre MarCom-Strategie integriert? Oder haben Sie Gewissensbisse? Wenn ja, fände ich das gut! Denn das Leid dieser Menschen darf nicht für kommerzielle Zwecke missbraucht werden.

Allerdings haben Unternehmen eine Verantwortung für die Gesellschaft. Und sobald sie diese nicht nur unter Marketing-Gesichtspunkten wahrnehmen, wird das Thema Flüchtlinge relevant für die Corporate Social Responsibility. Augenscheinlich haben es Medien diesbezüglich einfacher als etwa B2B-Unternehmen. Einige Beispiele gefällig?

  1. Unter dem Motto „Wir helfen“ und dem Hashtag #refugeeswelcome startete Deutschlands größte Tageszeitung BILD einen Aufruf an ihre Leser, sich aktiv für Flüchtlinge zu engagieren (mit Geld, Wohnraum, Deutschkursen, Kinderbetreuung, Sachspenden, Jobs).BILD_refugeeswelcome200
  2. Aus Anlass seines 50. Geburtstages wurde der Verlag Gruner + Jahr („Stern“, „GEO“, „Brigitte“ etc.) Ende August vom Hamburger Senat zu einem Empfang mit 500 Gästen geladen. An Stelle von Geschenken für die Gäste spendete der Verlag 500 Decken für Flüchtlinge in der Hansestadt.
  3. Das Hamburger Abendblatt gibt Flüchtlingen seit September eine Stimme und bietet fünf von ihnen eine wöchentliche Kolumne unter dem Motto „Mein Leben in Hamburg“. Sie werden entlohnt wie andere freie Mitarbeiter auch.
  4. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Funke Mediengruppe gemeinsam mit der Non-Profit-Organisation Caritas im Bistum Essen eine Spendenaktion für Flüchtlinge ins Leben gerufen.

Können diese Beispiele aus der Medienbranche Vorbilder für die B2B-Kommunikation sein? Na klar! Unternehmen geben auch Medien heraus, haben Reichweiten. Sie können ein eigenes Hilfsprojekt ins Leben rufen, wobei sich aus Gründen der Glaubwürdigkeit und damit des Erfolgs für die gute Sache Aktionen passend zum Markenkern empfehlen. Alternativ können sie sich für bestehende Hilfsprojekte von Non-Profit-Organisationen engagieren. Auch Firmenjubiläen lassen sich zu Hilfszwecken nutzen. Und Tätigkeiten für entsprechend qualifizierte Flüchtlinge sollten bei gutem Willen ebenfalls zu finden sein.

Klar haben die Kollegen der Konsumgüterindustrie noch einen Vorteil mehr als B2B-ler: Sie können einen Blick auf ihre Produktpaletten werfen und Teile davon spenden. So hat es zum Beispiel Adidas zusammen mit dem FC Bayern getan, indem sie Trainingsanzüge, Jacken und Kapuzenpullis verschenkten. Doch für B2B-Unternehmen bleiben genug Möglichkeiten, sich im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility selbstbewusst für Flüchtlinge einzusetzen.

Übrigens: In der MarCom-Planung haben wir Weihnachten schon fest im Blick. Es ist ein traditioneller Anlassgeber für CSR-Projekte. Das Thema Flüchtlinge wird uns zum christlichen Fest der Liebe weiterhin beschäftigen. Darüber sollten wir aber nicht vergessen, dass es in unserer Gesellschaft noch viele andere Benachteiligte gibt.

Disclaimer: Der Beitrag erschien gestern zunächst auf dem Branchenportal marconomy. Die Online-Plattform zählt zu den führenden B2B-Fachportalen für Führungs- und Fachkräfte aus Marketing, Kommunikation, Produktmanagement und Vertrieb in Unternehmen und Agenturen. In der Rubrik #DesPudelsKern publiziere ich seit Sommer 2015 monatlich meine Sichtweisen zu den Themen Marketing und Kommunikation im B2B.

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