Social DFB bei der Fußball WM 2010

Während seit dem gestrigen WM-Gewinn Spaniens gegen die Niederlande in Villariba und Villabajo lautstark gefeiert wird, bleibt es hierzulande eher ruhig. Grund genug, einen kleinen Rückblick auf den Dialog zwischen unserer Elf und ihren Fans während der #WM2010 zu werfen. Haben der DFB und die Mannschaft den Nutzen von Social Media erkannt? Wie aktiv waren Spieler und DFB in Sachen Kommunikation im Web?

Keine Facebook-Fanpage des DFB

Zu Beginn der Fußballweltmeisterschaft tauchte relativ schnell die Fanseite der Deutschen Fußballnationalmannschaft auf Facebook auf. Die Anzahl der Fans stieg innerhalb von Stunden auf über 60.000. Sie wurden dort begrüßt mit den Worten „Diese Seite wurde reserviert für die offiziellen Repräsentanten der deutschen Fußballnationalmannschaft“. Das klang nicht sonderlich einladend, wo doch Social Media Plattformen wie Facebook dem Austausch und dem Dialog mit Fans und andren Ziel- bzw. Interessensgruppen dienen sollen.

Der Text war aber wohl auch weniger als Einladung für die Fans gedacht, als vielmehr als eine Einladung an den DFB. Denn die Seite wurde von Facebook zur Verfügung gestellt. Hier hätten die deutsche Elf und der DFB ordentlich punkten können. Haben sie aber nicht. Stattdessen ließ die Pressestelle des DFB auf Anfrage Einzelner wissen, dass es sich um keine offizielle Fanseite des DFB handelte. Konsequenterweise kümmerte sich auch niemand aus dem DFB um die Seite und um die Fans. Das nennt man wohl eine verpasste Chance.

Diesmal nur auf Twitter aktiv

Denn die Erwartung der Fans und ihre Zahl wuchsen im Laufe des Turniers ständig an. Am Ende kamen knapp 173.000 Facebook-Fans zusammen. Das entspricht einem Zuwachs von über 100.000 Anhängern in nur vier Wochen. Sicher, Facebook handelte mit dem Angebot nicht uneigennützig. Aber den DFB traf es offenbar unvorbereitet. Man hatte sich wohl darauf verständigt, zur WM zunächst nur einen Twitter-Account ( @dfb_team ) zu eröffnen und zu befeuern. Blog? YouTube-Channel? Fehlanzeige! Ihr Twitter-Account startete mit 8.997 Followern, heute sind es 27.900 und 835 Listen. Das deutsche Team postete hier regelmäßig vom Mannschaftsalltag, stellte Bilder ein und verlinkte ab und zu in den Newsbereich des DFB.

Günther Netzer würde vielleicht sagen: Guter Aufbau, aber fehlender Abschluss. Das wäre weltmeisterlicher gegangen!

Foto: Faust

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