Auf der Paris Air Show 2007

Nach einer mehrtägigen Dienstreise nach Paris kann ich feststellen, dass bei der größten Luft- und Raumfahrtmesse der Welt auch diesmal der „Kampf der Giganten“ im Mittelpunkt stand. Kurz vor dem Start der Paris Air Show in Le Bourget musste die Airbus-Mutter EADS einen Rückschlag einstecken, denn das US-Verteidigungsministerium entschied sich bei der Wahl eines neuen Fracht- bzw. Truppentransporters gegen das Konsortium von EADS und Raytheon. Stattdessen kam die Konkurrenz aus Boeing, L3 Communications und Alenia/Finmeccanica zum Zug.

Zu Beginn der Show meldete Boeing dann, dass der Dreamliner, die B787, bereits bis ins Jahr 2015 ausverkauft sei. 584 Maschinen seien von 45 Kunden bestellt worden. Außerdem laufe im Unterschied zu Airbus alles nach Plan, am 8. Juli werde das Flugzeug der Öffentlichkeit präsentiert, Mitte September sei der Jungfernflug und ab Mai 2008 werde ausgeliefert. Vor dem Hintergrund dieser Nachrichten wirkten die Fragen wichtiger Airbus-Kunden zum Thema “Struktur” bei der konkurrierenden A350 XWB oder deren frühester Auslieferungszeitpunkt (2013) leicht deprimierend auf die Beobachter.

Aber abgerechnet wird bekanntlich am Ende. Das gilt sowohl für das Duell B787 vs. A350 XWB als auch für das Duell Boeing vs. Airbus in Le Bourget. Und tatsächlich schaffte es Airbus im Laufe der Luftfahrtmesse, so viele zurückgehaltene Aufträge aus dem Hut zu zaubern, dass schon am Mittwoch ein Gleichstand von rund 600 Bestellungen zu verzeichnen war.

Die beiden Riesen werden sich in der Spitze immer wieder abwechseln – bis andere Hersteller aus China oder anderswo durchstarten und das fremde Know-how mit eigenen Prisen würzen. Aber bis es soweit ist, wird der “Kampf der Giganten” wohl noch im Mittelpunkt einiger Air Shows in Le Bourget stehen.

Fotos: Faust

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