MUC-Airport: Beirat für gute Nachbarschaft

Auf meiner Fahrt vom Flughafen München (Foto) zurück in die Firma erfuhr ich gestern, dass weitere Mitglieder des dortigen Nachbarschaftsbeirates das Gremium enttäuscht verlassen wollen. Es wurde im September 2005 gegründet, um die Kommunikation der Flughafen München GmbH (FMG) mit den vom Bau der dritten Startbahn Betroffenen zu intensivieren. Unterstützt wird dieses Ziel u.a. durch eine Beirats-Website, eine Nachbarschaftszeitung, durch Pressearbeit. Zu den ursprünglich rund 40 Mitgliedern zählen Vertreter der Nachbargemeinden und -landkreise, diverser Bürgerinitiativen, der Wirtschaft sowie der FMG, der Lufthansa und der Deutschen Flugsicherung.

Wichtig bei solchen Projekten ist, dass allen Gremiumsmitgliedern klar ist, was sie noch beeinflussen können und was nicht. Im konkreten Fall wurde entschieden, dass der Flughafen München weiter wachsen soll (120 Starts und Landungen pro Stunde statt 90). Dazu ist eine weitere Startbahn notwendig, wie der renommierte Luftverkehrsexperte Peter Pletschacher gestern Abend im Bayerischen Fernsehen noch einmal betonte. Fest steht ferner, dass die neue Start- und Landebahn Wachstum fördern und Arbeitsplätze sichern wird. Sie bedeutet aber auch Eingriffe in den Lebensraum der umliegenden Gemeinden und steigende Belastungen für die dort lebende Bevölkerung. Es werden mehr Menschen in die Region ziehen oder pendeln, weshalb die Infrastruktur (Autobahn, S-Bahn, Transrapid, Wohnraum etc.) ausgebaut werden muss.

Flughafenbetreiber sind an guter Nachbarschaft mit ihrer lokalen Öffentlichkeit interessiert. Vor diesem Hintergrund ist ein Nachbarschaftsbeirat wie in München ein geeignetes Kommunikationsinstrument. Entscheidend ist meines Erachtens, dass darin jeder seine Möglichkeiten und Grenzen kennt, und dass offen, glaubwürdig und fair informiert und diskutiert wird. Dann bietet das Gremium den Betroffenen eine gute Möglichkeit, ihre Interessen rechtzeitig einzubringen und anstehende Projekte konstruktiv zu begleiten.

Foto: Faust

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