Medienhaus 2.0 auf dem Future Media Summit

Moderne Medienhäuser

Moderne Verlage und Sendeanstalten sind längst moderne Medienhäuser, die trimediale Antworten auf geänderte Mediennutzung liefern. Sie haben verstanden, dass die Zeit des spartenzentrierten Journalismus überholt ist. Sie haben verstanden, dass sie Themen-orientiert arbeiten und ihre qualitativ hochwertig aufbereiteten Inhalte über alle relevanten Ausspielkanäle publizieren müssen. Moderne Medienhäuser begreifen sich außerdem nicht mehr nur als Sender, sondern auch als Empfänger, die ihre Nutzer partizipieren lassen, mit ihnen kommunizieren. Welchen Herausforderungen begegnen moderne Medienhäuser und wie sollten sie sich strukturell darauf einstellen? Darüber referierte ich auf Einladung der Kongress Media GmbH am 25. September auf dem Future Media SUMMIT 2012 in Hamburg. Bei den Experten des Zukunftskongresses für digitale Medien sorgte das Thema „Medienhaus 2.0“ für positives Echo:

Herausforderungen für moderne Medienhäuser

Nach meiner festen Überzeugung sind es vor allem die folgenden Herausforderungen, auf die sich moderne Medienhäuser im Bereich New Media heutzutage einstellen müssen:

  1. Bedeutungsverlust von Print
  2. Bedeutungsgewinn von Bewegtbild
  3. Zeitunabhängige Mediennutzung
  4. Synchrone Mediennutzung
  5. Mobile Mediennutzung

Darauf gilt es einzugehen, insbesondere durch Themenorientierung, crossmedialen Content und Interaktionen mit den Nutzern (Update vom 10.10.2012: Das ZDF hat zum Beispiel zum Neustart von Wetten, dass …? mit Markus Lanz am vergangenen Samstag eine Webapp für die Partizipation der Zuschauer am Second Screen entwickelt).

„Our future is on to video, to social, to mobile“

In der internationalen Medienlandschaft wird dieses Szenario aktuell dadurch bestätigt, dass die altehrwürdige New York Times im November mit Mark Thompson einen neuen Chef bekommen wird, der bislang TV-Profi und Director General bei der BBC war. NYT-Verleger Arthur Sulzberger Jr. begründete im August seine Entscheidung so:

“We have people who understand print very well, the best in the business. We have people who understand advertising well, the best in the business. But our future is on to video, to social, to mobile. It doesn’t mirror what we’ve done. It broadens what we are going to do.”

Doch die Erkenntnis, dass sich die Mediennutzung ändert, und Experten an der operativen Spitze moderner Medienhäuser, die die entsprechenden Konsequenzen ziehen können, genügen nicht. Entscheidend bleibt, dass Verleger, Herausgeber, Aufsichtsräte, sonstige Verantwortliche bereit sind, diese Konsequenzen auch zu ziehen. Bei der NYTimes zum Beispiel räumt Verleger Sulzberger Jr. seinem neuen CEO Thompson die dafür erforderlichen Kompetenzen vorbehaltlos ein.

Mit dem Newsdesk die Herausforderungen meistern

Thompson kann, Thompson soll das Medienhaus der NYT umbauen und fit für die Zukunft machen. Als eine entscheidende Antwort auf die genannten Herausforderungen, auf den Umgang mit der geänderten Mediennutzung habe ich in Hamburg das Newsdesk genannt. Schon vor rund zehn Jahren habe ich mir solche Newsrooms moderner Medienhäuser in Berlin und Hamburg angesehen (heute ist der Begriff „Newsroom“ häufig virtuellen Pressebereichen von Unternehmen vorbehalten), und in jüngster Zeit immer häufiger auch bei kleineren Medienhäusern. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Journalisten arbeiten im Newsdesk medienübergreifend und Themen-orientiert zusammen,
  2. sie haben alle Ausspielkanäle im Blick und im Bewusstsein,
  3. sie können sich als ein Team schnell untereinander abstimmen,
  4. der Informationsfluss fließt unmittelbar,
  5. die Arbeit wird effektiver und effizienter.

Noch sind jedoch selbst in großen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten derartige Strukturen nicht überall eingeführt. In Hamburg legte ich deshalb auch dar, wie der Schritt von klassischen Redaktionsstrukturen (Separate) über den Zwischenschritt erster Vernetzungen (Joint) hin zu einem effektiven Newsdesk (Combined) gelingen kann. Dabei hat es Spaß gemacht, die Reaktionen der anwesenden KollegInnen im Auditorium und via Twitter zu verfolgen – bei denen bedanke ich mich für ihre Aufmerksamkeit ebenso wie bei den Veranstaltern für einen gelungenen Future Media Summit 2012.

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Kuratieren der passenden Tweets

Auf dem Future Media Summit in Hamburg skizzierte ich u.a. den Weg von klassischen Redaktionsstrukturen (Separate) über den Zwischenschritt erster Vernetzungen (Joint) hin zum effektiven Newsdesk (Combined). Dabei hat es Spaß gemacht, die Reaktionen der anwesenden KollegInnen zu verfolgen:

Future Media Summit Blogroll (Auswahl):

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