Englische Slogans erst via Social Web prüfen lassen

Hier ist Deutschland! Mit diesem Satz kanzelte Guido Westerwelle kürzlich einen britischen Journalisten auf einer Pressekonferenz ab, als dieser eine Frage auf Englisch stellen wollte. Im Grunde spiegelte sich in dieser Bemerkung des designierten Außenministers eine Befindlichkeit wieder, die viele Deutsche teilen. Entweder spricht man Deutsch oder Englisch. Aber ein spontanes Hereinplatzen englischer Parolen liegt vielen nicht.

Das gilt auch für die Werbung. Englischsprachige Sprüche haben im deutschsprachigen Werbe-Raum einen schweren Stand. Das gilt nicht nur für Douglas’ alten Claim „Come in and find out“, sondern für Slogans von Magnum (Eis), YouTube, Levi’s, Philips, Opel und anderen. Ihre Werbesprüche werden von einem Viertel der Leser nicht richtig verstanden. Das bestätigt jetzt die dritte Studie der Namensagentur Endmark aus Köln. Dennoch lassen sich viele Werbetreibende nicht dadurch beirren, sondern dichten munter weiter englisches Kauderwelsch.

Es gibt sicher englische Slogans, die auch für deutsche Zielgruppen gut und verständlich sind. Aber vielleicht bewirkt das Social Web, dass Claims künftig vorher zum Beispiel über Twitter zur Diskussion unter den Kunden gestellt werden. Das erfordert sicherlich ein Umdenken in Unternehmen und Agenturen, aber am Ende kann es dazu führen, dass wieder verständlichere Werbesprüche entwickelt werden, die ihr Ziel erreichen: Kunden an Marken binden.

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