Zeit für Social Media Guidelines bei der FDP

Diese Woche hat der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) in einerPressemeldung öffentlich eine Mahnung gegen die Bundesgeschäftsstelle der FDP ausgesprochen. Grund dafür war die verdeckte PR eines Mitarbeiters der Pressestelle. Dieser hatte 2009 von seinem Bürorechner aus mehrfach unter verschiedenen Pseudonymen positive Kommentare unter einem Partei-kritischen Blogartikel auf ruhrbarone.de gepostet. DieStory um die damalige Europawahl FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin zog weiter Kreise und wurde hundertfach kommentiert. Dass die Geschichte nun, mehr als ein Jahr später, auch von Kontrollgremien wie dem DRPR gemahnt wird, ist hinsichtlich der aktuellen Diskussion um die Einführung von Social Media Guidelines sehr interessant.

DRPR: Keine Richtlinien vorhanden

Der DRPR  geht davon aus, dass die anonymen Kommentare nicht von Vorgesetzten beauftragt wurden. Allerdings kritisiert er, dass es keine internen Richtlinien oder Verweise auf Verhaltenskodizes der Kommunikation gegeben habe, die den Partei-Mitarbeitern eine verdeckte PR untersagt hätte. Der DRPR macht verschiedene Verstöße der FDP geltend, insbesondere gegen das sensible Transparenzgebot zur Kontaktpflege im politischen Raum. Gleichzeitig hebt das Gremium positiv hervor, dass sich die FDP-Bundesgeschäftsstelle von den verdeckten PR-Maßnahmen distanziert, ihre Mitarbeiter für die Problematik sensibilisiert und bei der Aufklärung des Falls mitgewirkt habe.

Mehr Glaubwürdigkeit und Dialog?

Der DRPR empfiehlt, „umgehend klare Verhaltensregeln für die gesamte Kommunikation der Partei einzuführen, online wie offline“. Diese Rüge rüttelt an der Online Reputation der Partei, die zur Bundestagswahl 2009 noch so gut bei diversen Social Media Checks abgeschnitten hatte (Beispiel: PR Blogger und Florian Semle). Sie galt als vorbildlich, volksnah, ehrlich und offen für den direkten Dialog. Vielleicht trägt der Schnitzer aber dazu bei, dass Social Media tatsächlich die Politik verändert – hin zu mehr Offenheit, Glaubwürdigkeit und Dialog.

Wie war das noch mit der reinen Wahrheit im Wahlwerbespot 2009?

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