Concept Development & Experimentation

Mit der Methode „Concept Development and Experimentation“ (CD&E) wird die experimentelle Überprüfung neuer Ideen bzw. Konzepte umschrieben. Dieses Vorgehen folgt der Erkenntnis, dass die einfache Weiterentwicklung bestehender Systeme keine technischen Quantensprünge generiert. Beispielsweise gibt es keine evolutionäre Verbindung zwischen einer Feuerstelle und dem Elektroherd. Hierzu bedurfte es vielmehr den Mut zu völlig neuen Ideen. Um deren voraussichtliche Tragweite herausfinden zu können, braucht man die Ideen heutzutage nicht mehr bis zur Serienreife realisieren. Denn Dank Computersimulation und anderer Möglichkeiten genügt es, die wichtigsten Ansätze der neuen Ideen in ein Konzept zu packen und sie dann im Rahmen von Experimenten bzw. anhand von Prototypen (Demonstratoren) auf ihre Relevanz bzw. auf ihre Bedeutung hin zu überprüfen. Darüber handelt dieses Buch.

Als Presse- und Informationsoffizier d.R. der Bundeswehr nahm ich 2006 am CD&E-Vorhaben „Common Umbrella“ teil. Meine Erfahrungen flossen in den Beitrag zu diesem Buch ein. Einige Auszüge: „[…] Das Zentrum für Transformation hatte sich frühzeitig entschieden, aktiv Informationsarbeit über CD&E-Vorhaben zu betreiben. Das ist aller Anerkennung Wert, denn natürlich kann am Ende eines Experiments die Erkenntnis stehen, dass sich eine zuvor publizierte Idee bzw. ein zuvor veröffentlichtes Konzept als nicht realisierbar entpuppt. […] Bei der Zusammenstellung der Vorhabenorganisation muss die Informationsarbeit in Form einer PIZ CD&E abgebildet sein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Informationsarbeit eine Querschnittsaufgabe ist. Das heißt, sie muss einen kompetenten und aufgeschlossenen Ansprechpartner in allen Arbeitsgruppen (Experimentleitung, Experimentkontrolle, Konzeptentwicklung, Experimentorganisation, Technik, Analyse, Training) zugewiesen bekommen. […]

Bei Informationswehrübungen für zivile Führungskräfte an der Infanterieschule in Hammelburg hat der Autor Ende der 90er Jahre als Presseoffizier die Presse- und Informationsarbeit verantwortlich durchgeführt. Der Rahmen stand fest (Auftrag und Ausstattung), die Ausführung wurde dem Fachpersonal überlassen. Mehrere Berichte in den örtlichen Medien, mehrseitige Newsletter für die Beteiligten Führungskräfte und am Ende breite Anerkennung waren das Ergebnis. […]

CD&E-Vorhaben sollten aktiv kommuniziert werden. Dabei kommt es darauf an, dass das Fachpersonal die Teilöffentlichkeiten bzw. Zielgruppen der Informationsarbeit adäquat adressiert. Da die Vorhaben in der Regel sehr komplex sind, empfiehlt es sich, das Fachpersonal schon in der Startphase von Experimenten einzubinden. Auch die Frage nach Art und Umfang der Informationsarbeit muss rechtzeitig entschieden werden, da sie unmittelbare Auswirkungen auf die Qualität der Informationsarbeit hat. Mit einer entsprechend kompetent besetzten und ausgestatteten PIZ CD&E dürfte einer erfolgreichen Informationsarbeit nichts mehr im Wege stehen.“

Foto: Faust

Faust, Dominik A.: Die Bedeutung von Informationsarbeit in CD&E-Vorhaben, in: Honekamp, Wilfried (Hrsg.): Concept Development & Experimentation, S. 202 – 209, Remscheid 2008 (ISBN: 978-3-86870-014-5).

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