Springer setzt Digitalisierungskurs konsequent fort

Digitaler Verlag Axel Springer

„Keine Geduld oder keine Zuversicht?“ hatte ich am 12. Juni getwittert, als bekannt wurde, dass Michael Lewis sich nach sieben Jahren von seiner Beteiligung an der Axel Springer AG trennen würde. Heute wird der britische Investor die Zähne fest zusammen gebissen haben, denn der Kurs der u.a. im MDAX gelisteten SPR-Aktie erlebte ein Feuerwerk und stieg um 19,40 Prozent auf 41,240 Euro. Der Grund ist einfach: Der drittgrößte Medienkonzern Deutschlands setzt als Digitaler Verlag Axel Springer die Digitalisierungsstrategie des Vorstands um seinen Vorsitzenden Mathias Döpfner konsequent fort und trennt sich von Printtiteln wie der „Berliner Morgenpost“, dem „Hamburger Abendblatt“ sowie von Programm- und Frauenzeitschriften wie der „Hörzu“. Käuferin ist die Funke Mediengruppe, die das Paket für EUR 920 Mio. erwirbt. Beide Häuser haben außerdem beschlossen, je ein Gemeinschaftsunternehmen für Vermarktung (unter  Führung von Peter Würtenberger) und für Vertrieb gedruckter und digitaler Medienangebote zu gründen „und damit ihre Aktivitäten, Ressourcen und ihr Know-how in diesen Bereichen zu bündeln“. In beiden Gesellschaften wird Axel Springer laut Pressemeldung in der unternehmerischen Führung sein und die Mehrheit halten.

Digitaler Verlag Axel Springer

Wer Springer wegen der Trennung von traditionellen Printtiteln fehlenden Glauben an eine wirtschaftliche Zukunft des Journalismus unterstellt, hat die Zukunft noch nicht umrissen. Hochwertiger, also von hochqualifizierten Journalisten erstellter Content, bleibt – u.a. neben nichtjournalistischen digitalen Plattformen – ein zentrales Asset aller Medienunternehmen. „Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte“, pflegt Mathias Döpfner das zu umschreiben.  Allerdings haben sich die Inhalte längst von ihren tradierten Ausspielkanälen sowie von tradierten Arbeitszeiten gelöst. Content muss sich von seinem Trägermedium lösen sowie 24/7 generiert und zur Verfügung gestellt werden – rund um den Globus. Darauf reagiert die Axel Springer AG bereits bisher unter anderem mit dem Ausbau digitaler Angebote und mit dem Aufbau von Redaktionsbüros in anderen Zeitzonen. Heute kommt der Verkauf von Printtiteln hinzu. Digitaler Verlag Axel Springer, willkommen in der Zukunft!

Foto: Axel Springer AG / Digitaler Verlag Axel Springer

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