Allianz Arena mit Komfortdach

Allianz Arena

Diese Woche hatte ich Gelegenheit, an einer Führung durch die im Bau befindliche Münchner Allianz Arena teilzunehmen. Durchgeführt wurde sie von der General Project Marketing GbR. Zunächst erfuhren wir in einem Büro-Container, dass für die neue Fußball-Arena der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron auch ein Komfortdach in Form eines Luftkissens vorgesehen war, das bei schönem Wetter über dem Stadion schwebt und bei Regen auf das Dach gezogen werden kann. Während dieses Element nur im Modell und auf Plänen zu sehen ist (vgl. 1. Foto in der Bilder-Galerie), werden seit Wochen bereits die rautenförmigen Luftkissen der Fassade angebracht. Am Ende werden 2.760 dieser 0,2 Millimeter dicken Folienkissen aus Ethylen-Tetrafluorethylen das markante Bild der Allianz Arena mit ihren 66.000 Sitzplätzen prägen.

Allianz Arena mit Europas größtem Parkhaus

Nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid am 21. Oktober 2001 erfolgte die Grundsteinlegung für das Stadion genau ein Jahr später. Seit damals ist der Bau weit fortgeschritten. Im April nächsten Jahres soll die Allianz Arena eröffnet werden. Südlich des neuen Stadions ist das vierstöckige unterirdische Parkhaus weitgehend fertiggestellt. Es umfasst 10.000 Stellplätze und ist damit das größte Parkhaus eines Fußballstadions in Europa. Über dem Parkhaus befindet sich gleichsam als Dach die rund 150 Meter breite und 600 Meter lange so genannte Esplanade. Auf ihr werden die Fans künftig zum Stadion hin und wieder zurück laufen. Der Verlauf der Gehwege der Esplanade wurde anhand wissenschaftlich ermittelter Bewegungsströme von Menschenmassen festgelegt. Die Wegestruktur soll auch verhindern, dass Fans der beiden Heimmannschaften (FC Bayern München und TSV 1860 München) mit Fans der jeweiligen Gegner zusammentreffen.

Natürlich durften bei meinem Stadionbesuch weder ein Foto am künftigen Anstoßpunkt noch ein Besuch einer der 104 VIP-Logen fehlen. Bauherr des neuen Stadions ist übrigens die Allianz Arena München Stadion GmbH, an der die FC Bayern München AG und die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zu je 50 Prozent beteiligt sind. Gebaut wird das Stadion durch die Alpine Bau Deutschland GmbH, einer Tochter des österreichischen Baukonzerns Alpine. Die Baukosten sollen voraussichtlich rund 286 Millionen Euro betragen. Im Frühjahr dieses Jahres gab es die bekannte Stadionaffäre. In diesen Bestechungsskandal war unter anderem der frühere Geschäftsführer der Allianz Arena München Stadion GmbH, Karl-Heinz Wildmoser junior, verwickelt.

Fotos: Faust

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