1. Medienbiographie: Vom Dallas zum Xoom

Vor genau 40 Jahren telefonierte Martin Cooper von Motorola erstmals mit einem Handy, dem Prototypen des Motorola DynaTAC. Dies habe ich zum Anlass genommen, einmal meine alten „Knochen“ (Kommunikations- und Organisationsgeräte) durchzusehen. Herausgekommen ist eine erste Medienbiographie, die sich aus den wichtigsten Telefonen und PDAs zusammensetzt, die ich bislang besaß. In einem zweiten und dritten Teil plane ich Rückschauen auf Computer und Audiogeräte. Es ist schon interessant, wie sich technische Möglichkeiten und die davon abhängende Mediennutzung in den vergangenen 20 Jahren verändert haben.

Motorola Pro+

motorola_proplus2012: Nach 5 Jahren Wechsel von Blackberry zu Android in Form des Motorola Pro+. RIM hatte sich von Apple und Google abhängen lassen. Mit dem Xoom hatte ich Android schätzen gelernt. Deshalb wollte ich den technischen Komfort dieses OS auch auf meinem Handy haben. Da ich bereits ein Tablet von Motorola besaß, wollte ich nach 17 Jahren auch wieder mal ein Handy von Motorola Mobility (gehörte da schon zu Google). Dennoch fiel mir der Abschied von Blackberry nicht leicht. Vielleicht kann mich das Z10 wieder umstimmen.

 


Motorola Xoom

xoom2011: Einstieg in die Tablet-Technologie mit dem „Xoom“ von Motorola. Mit der damals neuen Android-Version 3.0 („Honeycomb„) hatte ich neben Windows 7 und Blackberry OS 6 ein drittes Betriebssystem zu synchronisieren. Aber die Anschaffung sollte sich lohnen, wie ich seinerzeit hier schrieb. Das ideale Gerät für Crossmedia-Nutzung: Radio hören, Fernsehen, Zeitung lesen, Online gehen. Dazu dient es als Second Screen, für Social Media, E-Mails, Kalender etc. Nur Telefonieren geht nicht 🙂

 


Blackberry Bold 9000

bold90002009: Im April Wechsel zum Blackberry Bold 9000. Jetzt hatte ich endlich wieder eine Kamera am Handy (2 Megapixel). Und es war der erste Blackberry mit dem Datenturbo HSDPA, der Downloads mit bis zu 3,6 MBit/Sec. ermöglichte. Hinzu kamen GPS, WLAN und UMTS. Allerdings hatte der Bold keinen Touchscreen und wollte nicht so recht zur aufkommenden mobilen Nutzung der sozialen Medien und nützlicher Apps passen.

 


Blackberry 8800

blackberry88002007: Im Oktober Wechsel zu RIM und Entscheidung für einen Blackberry 8800. Anders als beim SDA zeichnete sich der BB durch die Push-Funktion bei den E-Mails aus, wenngleich diese Blackberry-Option bei den Providern extra hinzu gebucht werden musste. Das Daumenrad in der Mitte der Tastaturen ermöglichte eine echte Einhand-Bedienung. Bis 2012 blieb ich Blackberry treu (2009 Wechsel zum Bold 9000).

 


SDA music

sda_music2005: Wechsel zu meinem ersten Smartphone, dem SDA music von T-Mobile, einem Business- und Entertain-Gerät. USB-Schnittstelle und Active Sync ermöglichte u.a. Synchronisation von Adressen und Kontakten mit Outlook. Es verfügte über ein 2,2 Zoll TFT-LCD Display. Anders als mit dem Palm m505 konnte man zusätzlich u.a. telefonieren, ins Internet gehen, Fotos machen (0,3 Megapixel) und Musik hören. Als Betriebssystem lief Windows Mobile 2003.

 


NOKIA 6210

nokia62102003: Wechsel von NOKIA 6110 auf das Nachfolgegerät NOKIA 6210 mit Platz für 500 Telefonnummern und 150 Textnachrichten. Dank der WAP-Technologie (Wireless Application Protocol) konnte man mit dem Handy Internetdienste nutzen, allerdings noch deutlich langsamer wegen der entsprechenden Übertragungsraten und mit deutlich schlechterer Auflösung auf den kleinen Displays. Dies war auch mein erstes Handy ohne sichtbare Antenne mit Schnittstelle für die Handyvorbereitung in meinem AUDI. Dieses Handy funzt heute noch, wenn es muss.

 


Palm m505

palm_frei2001: Im Oktober Umstieg von Casio auf einen Palm m505 für 999,43 DM. Wesentliche Unterschiede waren das deutlich höhere Speichervolumen (8 MB, erweiterbar auf 32 MB) sowie das LCD-Farbdisplay (160 x 160 Pixel, 16-Bit-Farbtiefe, 65.536 Farben). Zu bedienen war das Gerät mit einem Stylus, der trotz Lederetui gerne auch mal verloren ging.

Über eine HotSync Dockingstation ließ sich der Palm mit dem PC synchronisieren – das galt auch für die E-Mails (damals nutzte ich beruflich Lotus Notes). Übrigens wurde der Palm von einem Motorola-Prozessor (33 MHertz) getaktet.

 


NOKIA 6110

nokia61101999: Wechsel im Juli von D2 zu T-Mobil (schrieb sich damals tatsächlich noch deutsch, also ohne „e“, wie die Briefköpfe unten zeigen) und Kauf eines NOKIA 6110 bluesky, eines der meistverkauften Handys der damaligen Zeit (GSM-900). Die SIM-Karte hieß seinerzeit übrigens „T-D1 Telekarte“.

D1+D2

 


Motorola MicroTAC

motorola_frei1995: Im Juli Vertrag mit Mannesmann Mobilfunk (D2) und Kauf eines Motorola Micro TAC International. Es war schwarz-gelb und hatte einen dicken Wechsel-Akku. Interessant: Damals genügte es nicht, dass man als Kunde den Antrag unterzeichnete. Vielmehr musste ein Mitarbeiter der Mannesmann-Vertriebsorganisation mit seiner Unterschrift noch die Richtigkeit der Kundenangaben bestätigen. Den Vertrag habe ich noch, das Motorola ist weg.

 


CASIO SF-7900E

casio_freica. 1995: Wechsel vom braunen Leder-Terminplaner (Brunnen-Timer compact) zum ersten Personal Digital Assistant (PDA) in Form eines Casio Digital Diary SF-7900E mit 128KB Speicherplatz für die Verwaltung von Terminen (Kalender), Adressen und Aufgaben. Zudem war ein Taschenrechner integriert (rechts neben dem kleinen Display), ein elektronisches Notizbuch (Memo), die Anzeige der Weltzeit, ein Erinnerungs-Modus sowie ein elektronisches Kassenbuch.

 


Komforttelefon “Dallas”

dallas1990: Entscheidung für das Tisch- bzw. Wandtelefon „Dallas“ (Siemens) mit in den Hörer integrierter Tastatur. Dieses, der gleichnamigen US-Fernsehserie entlehnte Modell glich einer Revolution in der damals beginnenden „Modellvielfalt“ der seinerzeit so genannten Deutsche Bundespost TELEKOM. Die Apparate konnte man zunächst nur mieten, später kaufen.

Natürlich buchte ich zu meinem braunen Apparat „wieder die Bereitstellung einer Btx-Zugangsberechtigung“. Fast drei Jahre später, zum 1.1.1993, wurde daraus der Datex-J-Dienst für Btx-Anwendungen und für die allgemeine Datenübertragung. Interessant: In den Antragsformularen der Telekom war noch das Fräulein als Anrede-Option vorgedruckt.

 

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